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ⓘ William Stanley Haseltine




William Stanley Haseltine
                                     

ⓘ William Stanley Haseltine

William Stanley Haseltine war ein US-amerikanischer Landschaftsmaler in der Tradition der Düsseldorfer Schule und der Hudson River School.

                                     

1. Werdegang

Haseltine wurde als Sohn des erfolgreichen Geschäftsmanns John Haseltine und seiner Frau Elizabeth Stanley Shinn geboren. Kunstsinn wurden ihm sowie seinen Brüdern James Henry Haseltine, einem späteren Bildhauer, und Charles Field Haseltine, dem späteren Gründer der Haseltine Art Galleries, durch die Mutter, die eine Amateur-Landschaftsmalerin war, in die Wiege gelegt. Haseltines Sohn Herbert Chevalier Haseltine 1877–1962 sollte ebenfalls ein Bildhauer werden.

Haseltine absolvierte die Harvard University 1854, wo er 1852 mit einem Studium begonnen hatte, nachdem er zwei weitere Jahre zuvor an der University of Pennsylvania studiert hatte. Kurze Zeit nahm er in Philadelphia Unterricht bei dem deutschen Maler Paul Weber, bei dem er 1853 den Maler William Trost Richards kennenlernte. Im Frühjahr 1855 debütierte Haseltine in einer Ausstellung der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Mit Weber reiste Haseltine im Sommer 1855 nach Düsseldorf, wo er privat bei Andreas Achenbach und Emanuel Leutze studierte. Künstlerische Impulse empfing er ferner durch das Nachwirken Johann Wilhelm Schirmers, der als Professor der Kunstakademie Düsseldorf bis 1854 die dortige Landschaftsmalerei geprägt hatte. 1856 kam auch Richards nach Düsseldorf. 1856/1857 war Haseltine Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten, wo sich ein Kreis US-amerikanischer Maler gebildet hatte. Mit Leutze, Albert Bierstadt und Worthington Whittredge unternahm er 1856 eine längere Studienreise an Rhein, Ahr und Nahe und über die Schweiz bis nach Norditalien. Eine weitere Reise führte ihn nach Rom, wo er am 22. April 1857 am "Cervarofest" des Deutschen Künstlervereins teilnahm, und im Frühjahr 1858 auf die Insel Capri, deren Zauber ihn tief berührt haben soll. Laut seiner Tochter und Biografin Helen Haseltine Plowden 1873–1977 wohnte er auch bei späteren Besuchen immer wieder in einem alten Kloster auf einem Berg. Es hätten Nazarener, welche Haseltine durch Oswald Achenbach, den Bruder seines Lehrers Andreas Achenbach, kennengelernt hatte, für malerische Zwecke entdeckt.

Ende 1858 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, wo er 1860 zum Associate und 1861 zum Vollmitglied der National Academy of Design gewählt wurde. Ab 1859 lebte er eine Zeit in New York City, wo er sich erstmals im Künstlerhaus The Tenth Street Studio Building etablierte, neben Frederic Edwin Church und den ihm aus Düsseldorfer Zeiten bekannten Malerkollegen Bierstadt und Whittredge. Mit Bierstadt teilte er ein Atelier. Von dort aus führten ihn Studienreisen nach Neuengland, an den Delaware River und in weitere malerische Landstriche der US-amerikanischen Ostküste. Besonderes Interesse zeigte er dabei und in der Folgezeit für geologische Formationen und deren Entstehungstheorien, was in der malerisch detaillierten Wiedergabe von Felsstrukturen zum Ausdruck kommt. In Malweise und Komposition nahm er in vielen seiner Bilder die später unter dem Begriff Luminism bezeichneten Charakteristika auf.

Bei einer Geburt starb 1864 Helen Lane, seine erste Frau, die er 1860 geheiratet hatte. Anfang 1866 heiratete er erneut, seine Freundin Helen Marshall 1836–1926. Marshalls Neffe war der spätere Landschaftsmaler Howard Russell Butler 1856–1934, der sich einige Zeit in Haseltines New Yorker Atelier aufhielt.

Im Mai 1866 übersiedelte Haseltine zusammen mit seiner Familie nach Frankreich. In Paris hatte er Kontakt mit Vertretern der Schule von Barbizon und stellte im Salon aus. Obwohl er erwogen hatte, in der französischen Kunstmetropole zu bleiben, ließ er sich 1869 in Rom nieder. Auch dort gab es eine große Künstlerkolonie, darunter viele Landsleute. In den Jahren 1872 und 1873 gehörte er dem Deutschen Künstlerverein zu Rom an. Mit großem wirtschaftlichen und künstlerischen Erfolg malte er Landschaften, vorrangig für ein US-amerikanisches Publikum. Den Rest seines Lebens verbrachte er weitgehend in Rom, wo den 64-Jährigen im Jahr 1900 durch eine Lungenentzündung der Tod ereilte.

Ein elegantes Atelier und Wohnapartment hatte er 1874 im Palazzo Altieri bezogen. Es entwickelte sich rasch zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt US-amerikanischer Besucher. Bis in die 1890er Jahre avancierte Haseltine zu einer zentralen Figur der internationalen Kunstszene. Von Rom aus unternahm er innerhalb Europas häufig Reisen, etwa nach Sizilien und Venedig, nach Bayern und Tirol, in die Schweiz und die Niederlande, nach Belgien und Frankreich. Für längere Zeit unterbrach er den Romaufenthalt in den 1870er Jahren und im Zeitraum von 1895 bis 1899, um wieder in den Vereinigten Staaten zu wirken. In den Jahren 1873/1874 hatte er im New Yorker Künstlerhaus The Tenth Street Studio Building erneut ein Atelier angemietet. Im Winter 1896 arbeitete er in Boston, und mit seinem Sohn Herbert unternahm er 1899 eine Reise in den amerikanischen Westen und nach Alaska. Als gefragter Kunstexperte und erfolgreicher Künstler wurde er in das Kunstkomitee der World’s Columbian Exposition aufgenommen, die 1893 in Chicago stattfand. Bereits 1864 hatte er dem Komitee angehört, das zur Sanitary Fair in New York eine Ausstellung von Gemälden, Skulpturen, alten Möbeln, Autographen etc. vorbereitete. Außerdem war Haseltine Mitglied in New Yorks Century Association und im Salmagundi Club, im Kunstverein München und in der Accademia di Belle Arti in Rom.

Bestattet wurde Haseltine neben seinen Söhnen Stanley Lane Haseltine 1861–1879 und Charles Marshall Haseltine 1866–1875 auf dem Protestantischen Friedhof Roms. Haseltines Tochter Mildred Stanley Haseltine 1879–1946 heiratete 1904 den Prinzen Ludovico Rospigliosi 1881–1917.

                                     

2. Werke Auswahl

  • Santa Maria della Salute bei Sonnenuntergang, zwischen 1870 und 1885
  • Lago Maggiore, 1867, Smithsonian American Art Museum
  • Vierwaldstättersee Lake of Lucerne, um 1880, Honolulu Museum of Art, Honolulu
  • Taormina Blick von Taormina auf den Ätna, Mt. Aetna from Taormina, 1889, The Lano Collection, Washington, D.C.
  • After a Shower, Nahant, Massachusetts, um 1864, Brooklyn Museum, New York City
  • Le Mont-Saint-Michel, 1868, De Young Memorial Museum, San Francisco
  • Morgenlicht, Römische Campagna Morning Light, Roman Campagna, 1871
  • Rocks at Nahant, 1864, Terra Foundation for American Art, Chicago
  • View of Mount Desert Ansicht von Mount Desert Island, 1859
  • Castle Rocks at Nahant, Massachusetts, 1865, Mariners’ Museum, Newport News
  • Sail Boats Off a Rocky Coast Segelbotte vor felsiger Küste, um 1864, Brooklyn Museum, New York City
  • Wasserfall Cascade
  • Natural Arch at Capri Arco Naturale, 1870/1871, National Gallery of Art, Washington, D.C.
  • Indian Rock, Narragansett, Rhode Island, 1863, De Young Memorial Museum, San Francisco
  • Das Meer bei Capri The Sea from Capri, Sunrise at Capri, 1875, High Museum of Art, Atlanta
  • West Island, 1863
  • Porto Venere, 1878, Dayton Art Institute, Dayton Ohio