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ⓘ Hans Peter Haselsteiner




Hans Peter Haselsteiner
                                     

ⓘ Hans Peter Haselsteiner

Nach der Praxis bei einem Wirtschafts- und Steuerprüfer trat er 1972 in das Bauunternehmen seines Schwiegervaters, Isola & Lerchbaumer spätere Ilbau ein. Aus diesem Unternehmen entstand durch Zukäufe und Fusionen der Strabag-Konzern, in dem er verschiedene Positionen innehatte und den er durch den Mehrheitseigentümer Fimag Finanz Industrie Management AG kontrollierte.

Anfang der 1970er Jahre wurde Haselsteiner Vorstandsvorsitzender der Ilbau AG. Ab 1998 war er Vorstandsvorsitzender der Bau Holding. Von 2006 bis 2013 war Haselsteiner Vorstandsvorsitzender der Strabag SE. Am 14. Juni 2013 trat Haselsteiner von der Konzernspitze zurück.

Im Jänner 2016 wurde bekannt, dass Haselsteiner gemeinsam mit Stephan Zöchling als Mehrheitsgesellschafter in die Remus-Sebring-Gruppe einsteigt.

Haselsteiner ist Miteigentümer und Aufsichtsratsmitglied der 2008 gegründeten Rail Holding AG, die mit der WESTbahn ein Eisenbahnverkehrsunternehmen in Konkurrenz zur ÖBB betreibt.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde Haselsteiner auch durch seine Teilnahme als Investor bei der Puls 4 Start-Up-Show 2-Minuten, 2 Millionen bekannt.

                                     

1. Politik

Hans Peter Haselsteiner war von 1994 bis 1998 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat, davon 1996–1998 Klubobmann-Stellvertreter des Parlamentsklubs Liberales Forum. Weitere Funktionen waren Kammerrat der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft und Mitglied des Fachverbandes der Österreichischen Bauindustrie in der WKÖ seit 1994, Obmann seit 2002.

Bei der Nationalratswahl 2008 kandidierte das Liberale Forum erneut erfolglos, Haselsteiner war als Financier des Wahlkampfs, als Wirtschaftssprecher des LIF und Vorsitzender des Unterstützungskomitees für Spitzenkandidatin Heide Schmidt beteiligt.

Bei der Nationalratswahl 2013 unterstützte er das Wahlbündnis NEOS finanziell und als Ministerkandidat. Das Wahlbündnis zog in den Nationalrat ein, im Anschluss daran fusionierten NEOS und LIF im Jänner 2014 zur neuen Partei Neos – Das Neue Österreich und Liberales Forum.

In der Stichwahl zur Bundespräsidentenwahl 2016 unterstützte Haselsteiner den unabhängigen Kandidaten Alexander Van der Bellen mit 50.000 €. Im ersten Wahlkampf zur Wiederholung der durch den Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Stichwahl vor deren Verschiebung unterstützte Haselsteiner Van der Bellen mit einer Geldspende von 100.000 €, bezog anschließend mehrfach öffentlichwirksam mit einer Inseraten-Kampagne Position für den Kandidaten und führte auch eine groß angelegte mediale Kampagne gegen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer, indem er unter anderem ein Video veröffentlichte, worin er vor einem möglichen Austritt Österreichs aus der EU "Öxit" nach einer Wahl Hofers warnte. Dieses Video führte zu Diskussionen in der Politik und in den sozialen Medien. Die mediale Anti-FPÖ- bzw. Anti-Hofer-Kampagne wurde wegen der Verschiebung der Wiederholung der Stichwahl vorübergehend unterbrochen und im November 2016 in Fernsehspots und Zeitungsanzeigen mit den Unterstützern Christian Konrad, Brigitte Ederer und Franz Fischler fortgesetzt.

Auch bei der Nationalratswahl 2017 unterstützte er die Partei NEOS finanziell.

                                     

2. Soziales Engagement

Seit dem Ausscheiden des LIF aus dem Nationalrat unterstützte Haselsteiner finanziell das von Heide Schmidt gegründete "Institut für eine offene Gesellschaft", eine parteiunabhängige Privatstiftung. 2009 wurde das Institut geschlossen.

Haselsteiner ermöglichte den Ausbau von 16 Wohngemeinschaften mit 29 Wohnplätzen vom VinziRast-CortiHaus in Wien, einem Obdachlosenhaus, das von Wolfgang Pucher und Cecily Corti gegründet wurde.

Seine Privatstiftung finanzierte zur Hälfte die Sozialzentren für ältere und notleidende Menschen von Pater Georg Sporschill in Moldawien, die andere Hälfte wurde von der Republik Österreich bereitgestellt.

Im Sommer 2008 bewahrte Haselsteiner das Flüchtlingsprojekt von Ute Bock in Wien durch eine Großspende vor dem Konkurs. Im Oktober 2019 kündigte er an, ein aufgelassenes und ersteigertes Gourmet-Restaurant in Mayerling Vinzirast zur Verfügung zu stellen.